Naturschutzfachliche Handlungsempfehlungen zum Umgang mit raumbedeutsamen, naturschutzrelevanten Auswirkungen der Energiewende
Themengruppe:
Schutzziele, Methoden und Instrumente des Naturschutzes
FKZ:
806 82 110
Laufzeit:
12/2006 bis 09/2008
Problemstellung und Ziele:






Die verstärkte Nutzung erneuerbarer Energien ist neben einer verbesserten Energieeinsparung und -effizienz erklärtes Ziel der Bundesregierung auch aufgrund des erkannten Innovations- und Arbeitsplatzpotenzials. Dabei ist es von erheblichem Interesse, dass die Umsetzung der Energiewende mit der Verwirklichung anderer nationaler, naturschutzrelevanter Zielvorgaben insbesondere im Hinblick auf eine nachhaltige Regionalentwicklung sowie den Erhalt der biologischen Vielfalt und den Umgang mit Kulturlandschaften in Deutschland einhergeht.
Der Ausbau des Anteils erneuerbarer Energien wird dabei zu weiteren und neuartigen Flächeninanspruchnahmen führen, die
- raumbedeutsame Auswirkungen haben,
- auf die flächendeckenden Ziele und Grundsätze von Naturschutz und Landschaftspflege zugreifen und
- unsere Kulturlandschaften in Zukunft absehbar verändern können.
Gerade
- der absehbare flächenhafte Anbau nachwachsender Rohstoffe zur energetischen Nutzung oder
- Großanlagen zur Nutzung der Sonnenenergie und anderer erneuerbarer Energien, aber auch
- das Repowering von Windkraftanlagen und
- die erforderliche Infrastruktur zur Zufuhr von Rohstoffen und Verteilung der produzierten Energie
können weit reichende Auswirkungen auf Natur und Landschaft und die Lebengrundlagen der Menschen (regionale Identität, Erholungswert, Nahrungsmittelproduktion) haben und in Konkurrenz zu existierenden Nutzungsformen treten.
Diese Effekte müssen bei der weiteren Entwicklung zur Umsetzung der Ausbauziele beachtet und durch eine naturverträgliche, räumliche Steuerung weitgehend vermeiden oder minimiert werden.
Ziel des Vorhabens ist, die Herleitung von bundesweit anwendbaren, praxisrelevanten Empfehlungen zur Anwendung und Weiterentwicklung von Instrumenten zur naturverträglichen, nachhaltigen Steuerung der zukünftigen Raumentwicklung an Land vor dem Hintergrund raumrelevanter Auswirkungen der Energiewende. Dabei werden die Empfehlungen die Rahmenbedingungen (z.B. auch Agrarpolitik und -förderung), Ziele und gesetzlichen Vorgaben für Entscheidungen zur räumlichen Entwicklung umfassend berücksichtigen. Die zur Verfügung stehenden Steuerungsinstrumente des Naturschutzes und der Landschaftspflege, anderer raumwirksamer Fachplanungen sowie der räumlichen Gesamtplanung, aber auch Anreiz- und Förderinstrumente sind dabei entsprechend zielführend und bundeseinheitlich zur Anwendung vorzusehen, um Naturschutz- aber auch Klimaschutzziele bei der Standortfindung und Flächennutzung angemessen berücksichtigen zu können.
Im F+E-Vorhaben werden zunächst die unterschiedlichen Rahmenbedingungen, die auf den Ausbau und die Nutzung dieser Energieträger Einfluss nehmen (rechtliche Bestimmungen, gesellschaftliche und politische Rahmenbedingungen, Akzeptanz, Förder- und Planungsinstrumente) evaluiert, um Steuerungsansätze herauszuarbeiten und zur Verfügung stehende Instrumente für eine naturverträgliche, nachhaltige räumliche Lenkung der zukünftigen Entwicklung zu identifizieren. Das Vorhaben soll ferner auf Grundlage vorhandener Untersuchungen Erkenntnisse zusammenfassend aufzeigen, welche raumbedeutsamen und landschaftsbezogenen Auswirkungen aus Sicht des Naturschutzes zunehmend relevant werden und dabei insbesondere die Biomasse- und Sonnenenergienutzung sowie das Repowering von Windkraftanlagen berücksichtigen.
Die Auswirkungen der unterschiedlichen Nutzungsformen erneuerbarer Energien werden auch in ihrem Zusammenspiel (kumulative Wirkungen) und mit ihren mittelbaren Folgen (An- und Abtransport) beurteilt. Bekannte Ansätze und Instrumente zur naturschutzverträglichen räumlichen Steuerung werden dargestellt und ggf. Empfehlungen für neu zu entwickelnde herausgearbeitet und begründet.
Forschungsnehmer:
Herr Prof. Dr. Andreas Mengel, Universität Kassel, Fachgebiet für Politik und Recht räumlicher Entwicklung im europäischen Kontext, Henschelstraße 2, 34109 Kassel
Ansprechpartner:
Torsten Wilke,
FG II 3.1
