Untere Havelniederung
Lage:
Brandenburg und Sachsen-Anhalt, nordwestlich der Stadt Brandenburg bis zur Mündung der Havel in die Elbe
Naturraum:
Elbtalniederung (Nordostdeutsches Tiefland)
Fläche:
8.900 ha Kerngebiet
Projektbeschreibung:
Die Untere Havelniederung bildet zusammen mit den angrenzenden Niederungen das größte zusammenhängende Feuchtgebiet im Binnenland des westlichen Mitteleuropas. Das 18.700 ha große Projektgebiet der Unteren Havelniederung ist ein repräsentativer Ausschnitt dieser Landschaft mit den wesentlichen Elementen des Flusses, der alluvialen Niederung und der pleistozänen Aufragungen. Seine überregionale und herausragende Bedeutung gewinnt das Gebiet durch seine Unzerschnittenheit und die noch großflächigen Überschwemmungen der Aue im Winter und Frühjahr. Sie sind Grundlage für das Vorkommen typischer Lebensräume und Arten der Gewässer und Niederung wie z. B. wechselfeuchte Stromtalwiesen, Biber, Saat- und Blessgans.
Die Naturnähe und die große Vielfalt der Unteren Havelniederung sind trotz zahlreicher wasserregulierender Eingriffe erhalten geblieben. Die Hauptgefährdung des Gebietes geht vom derzeitigen Ausbauzustand der Havel, der Stauhaltung und der kritischen Nährstoffsituation aus. Wesentliche Ziele des Projektes sind daher die Wiederherstellung eines möglichst naturnahen Wasserhaushalts im Deichvorland der Havel und der Schutz und die Entwicklung gewässer- und auetypischer Lebensräume und Arten. Gleichzeitig soll ein Beitrag zur Wiederherstellung der Durchgängigkeit des Gesamtflusssystems geleistet und die Bindegliedfunktion im Biotopverbundsystem zwischen Elbe und Oder optimiert werden. Als Maßnahmen sind die Uferentsiegelung durch Rückbau von Uferdeckwerken, die Laufverlängerung durch Altarmanschluss, eine Gewässerbett- und Uferumgestaltung durch veränderte Gewässerunterhaltung und der Bau von Fischwanderhilfen vorgesehen.
Die Renaturierung einer Bundeswasserstraße ist in Deutschland in dieser Dimension ohne vergleichbare Vorbilder und von beispielhafter und überregionaler Bedeutung. Naturschutzfachliche, verkehrliche und wasserwirtschaftliche Ansprüche werden bei der Erstellung des Pflege- und Entwicklungsplanes und des Gewässerunterhaltungsplanes abgestimmt und erstmalig in großem Stil für die Renaturierung einer Bundeswasserstraße umgesetzt.
Förderzeitraum:
2005 bis 2008 (Phase I)
2009 - 2018 (Phase II, geplant)
Finanzvolumen:
1,7 Mio. Euro (Phase I)
22,2 Mio. Euro (Phase II, geplant)
Projektträger:
Naturschutzbund Deutschland e.V.
Invalidenstr. 112
10115 Berlin
Projektförderer:
Projektförderer: BMU/BfN, Länder Brandenburg und Sachsen-Anhalt
Ansprechpartner im BfN:
Thomas Ehlert
FG II 2.2
