Naturschutz & Braunkohlesanierung
Bergbaulandschaften stellen sich bei einer ersten Betrachtung als Landschaften dar, in denen es infolge des Tagebaus zur Zerstörung der Vegetation und der belebten Bodenhorizonte kam. Aus diesem Grund wurde ihr Wert allgemein als gering eingeschätzt. Aufbauend auf den verschiedenen charakteristischen Physiotypen und Besonderheiten der Bergbaulandschaften entstanden besondere Biotopstrukturen, die sich durch nur geringe Zerschneidungen und Störungsarmut auszeichnen. Insgesamt erscheinen die Naturschutzpotentiale wertvoll und besonders beachtlich, weil die standörtlichen Bedingungen der Bergbaulandschaften in den unverritzten Kulturlandschaften extrem selten vorzufinden sind. Aus diesem Grund ist der Naturschutz oftmals an einem weitgehenden Erhalt der zwischenzeitlich entstandenen Strukturen interessiert. Anlass für die Beauftragung zweier Forschungs- und Entwicklungsvorhaben (F&E-Vorhaben) war die Erkenntnis, dass diese Entwicklungen und Potentiale im derzeitigen Sanierungsgeschehen zu wenig berücksichtigt werden.

Die Ergebnisse der beiden F&E-Vorhaben sind unter dem Titel
"Naturschutz und Braunkohlesanierung" veröffentlicht worden. Ziel dieser Publikation ist es, einen Überblick zur Bedeutung von Bergbaufolgelandschaften für Naturschutz und Landschaftspflege zu geben, sowie Vorschläge darzustellen wie Naturschutzgesichtspunkte in der praktischen Sanierung berücksichtigt werden können. Ein Vergleich der Kosten verschiedener Sanierungsvarianten für land- und forstwirtschaftliche Folgenutzungen, wie auch für den Naturschutz, sowie der zu erwartenden regional-wirtschaftlichen Effekte ergab, dass Naturschutzvarianten auf der Kostenseite deutlich günstiger und hinsichtlich zu erwartender Effekte nicht schlechter zu bewerten sind. Gemeinsam mit einer rechtlichen Betrachtung des Verhältnisses Naturschutz zu Braunkohlesanierung bietet dieser Band die Argumentation für "mehr Naturschutz".
