Erhaltung und Sicherung von Naturschutzflächen in Bergbaufolgelandschaften
Im Zuge der Wiedernutzbarmachung von Bergbauflächen im Mitteldeutschen- und Lausitzer Revier wurden in den Planungen der Bundesländer etwa 10 - 15 % der Flächen als Anteil für den Naturschutz vorgesehen. Mit der Veräußerung der Flächen aus dem Eigentum der Lausitzer- und Mitteldeutschen Bergbau-Verwaltungsgesellschaft mbH (
LMBV) stellt sich zunehmend die Frage, wie die aus Naturschutzsicht wertvollen Bereiche langfristig und nachhaltig gesichert und entwickelt werden können.
In Betracht kommt eine naturschutzrechtliche Schutzgebietsausweisung nach den jeweiligen Landesnaturschutzgesetzen oder / und eine Übernahme der Flächen in das Eigentum des Landes. Die Erfahrungen der letzten Jahre haben gezeigt, dass der Prozess der Verwertung schneller voranschreitet als eine naturschutzrechtliche Sicherung der Flächen geschieht.
Ein weiterer möglicher Weg besteht in einer eigentumsrechtlichen Sicherung der Flächen durch Interessenten aus dem Naturschutz. Dabei kann es sich beispielsweise um Naturschutzverbände, Naturschutzstiftungen und Naturschutzvereine handeln. Aber auch Kommunen und Einzelpersonen sind als Akteure in diesem Zusammenhang denkbar.
Das 2002 veröffentlichte Forschungs- und Entwicklungsvorhaben (F&E) "Erhaltung und Sicherung von Naturschutzflächen in Bergbaufolgelandschaften - Handbuch zum Flächenerwerb und -management im Lausitzer und Mitteldeutschen Braunkohlerevier" zeigt modellhaft Wege auf, wie die Übertragung von Flächen an Interessenten aus dem Naturschutz geschehen kann. Dabei geht es im Wesentlichen um das Erarbeiten von Strategien und das Klären offener Fragen, nicht um den eigentlichen Erwerb von Flächen. Ausgehend von Fallbeispielen aus der Niederlausitzer Bergbaulandschaft, wurden die Ergebnisse so aufbereitet, dass eine Übertragbarkeit auf andere Tagebauregionen möglich ist und den Flächeninteressenten konkrete Hilfestellungen für die Phasen vor, während und nach dem Flächenerwerb gegeben werden können. Daran anknüpfend wurde ein sogenanntes
"Netzwerk Bergbaufolgelandschaften" eingerichtet, das als Austauschplattform für Interessierte dienen soll.
