Freiwilliges Engagement
Naturschutzarbeit und freiwilliges Engagement
Der Rat der Europäischen Union hat das Jahr 2011 zum „Europäischen Jahr der Freiwilligentätigkeit zur Förderung der aktiven Bürgerschaft“ erklärt. Mit dieser Entscheidung soll das freiwillige Engagement in der Europäischen Union gefördert und unterstützt und die Aufmerksamkeit in der Gesellschaft für dieses Thema erhöht werden.
Freiwillig geleistete Arbeit von Naturschutzverbänden und Einzelnen hat eine große Bedeutung für die Erfolge des Naturschutzes in Deutschland. Der Stellenwert ehrenamtlicher Engagements ist groß und hat in den letzten Jahren noch zugenommen. Auch das
Freiwillige Ökologische Jahr und der im Juli 2011 eingeführte
Bundesfreiwilligendienst stellen wichtige Standbeine des Naturschutzes in Deutschland dar.
In den Jahren 2006-2009 wurde seitens des BfN die Etablierung eines bundesweiten Freiwilligenprogramms in Großschutzgebieten mit internationaler Ausweitung durch EUROPARC Deutschland e.V. gefördert (
Freiwillige in Parks). Hauptziel war es, nach dem Vorbild des „Volunteers-In-Parks"-Programms der US-amerikanischen Großschutzgebiete ein bundesweites Freiwilligenprogramm in deutschen Nationalparken, Naturparken und Biosphärenreservaten zu etablieren. Nach Beendigung der Förderung ist das BfN in dem Projekt weiterhin in beratender Funktion tätig.
In einem seit 2009 laufenden Projekt des Deutschen Wanderverbandes soll mit Förderung durch das BfN eine digitale Wanderwegeverwaltung als Beitrag zum ehrenamtlichen Naturschutz erstellt werden. Das Projekt hat zum Ziel, mit innovativen Methoden ehrenamtliche Tätigkeiten zu fördern und deutschlandweit einheitliche Strukturen für eine nachhaltige Wanderinfrastruktur zu schaffen.
Der Status Quo der Freiwilligenarbeit im Naturschutz in Deutschland, aktuelle Entwicklungen, Rahmenbedingungen sowie Formen des freiwilligen Engagements im Naturschutz und Möglichkeiten professioneller Freiwilligenstrukturen des Naturschutzes anhand internationaler Beispiele wurden 2006 in einer Publikation zusammengestellt:
- BREMER, S., ERDMANN, K.-H. & HOPF, T. (Bearb.) (2006): Freiwilligenarbeit im Naturschutz. Naturschutz und Biologische Vielfalt 37. Münster (Landwirtschaftsverlag), 224 S.
In einem durch das BfN geförderten F+E-Vorhaben wurde im Dialog mit ehrenamtlich Aktiven ein Programm zur Qualifizierung und Qualitätssicherung im ehrenamtlichen Engagement entwickelt. Damit soll zum einen die hohe Qualität der Arbeit der Naturschutzverbände gesichert werden, zum anderen kann über Qualifizierungsangebote auch eine Form der Anerkennung für die geleistete Arbeit ausgesprochen werden. Dies kann bei ehrenamtlich Aktiven zusätzliche Motivation wecken. Die Ergebnisse des Vorhabens wurden in den BfN-Skripten veröffentlicht:
- MITLACHER, G. & SCHULTE, R. (2005): Steigerung des ehrenamtlichen Engagements in Naturschutzverbänden.
BfN-Skripten 129, pdf-Datei
Zu bestellen bei:
Natur-und-Gesellschaft@bfn.de
Zivildienst im Naturschutz

Der "Dienst an der Natur" findet bei wehrpflichtigen jungen Männern, die den Dienst an der Waffe aus Gewissensgründen ablehnen, großen Anklang. Rund 3.500 Zivildienstleistende entscheiden sich jährlich für die Arbeit im Natur- und Umweltschutz. Ein breit gefächertes praxisorientiertes Angebot bietet den Zivildienstleistenden die Möglichkeit, sich vielfältige Kenntnisse, Fähigkeiten und Erfahrungen anzueignen.
Das Bundesamt für Naturschutz bietet eine Datenbank zum Zivildienst im Natur- und Umweltschutz an. Hier können sich alle Dienststellen anhand eines Steckbriefes vorstellen und Tätigkeitsprofile für die vorhandenen Zivildienstplätze präsentieren.

