Begriffsdefinition "Naturschutzfachliche Landschaftsleitbild"

"Das naturschutzfachliche Landschafts-Leitbild ist ein Gesamt-Konzept für die angestrebte Landschaftsentwicklung einer Region aus Sicht des Arten- und Biotopschutzes. Es entsteht aus der Analyse des naturraumtypischen Landschaftscharakters, des Standorts- und Entwicklungspotentials und der kulturhistorischen Landschaftsentwicklung. Es ist dem Prinzip der nachhaltigen Entwicklung verpflichtet".

Die Analyse historischer Zustände einer Landschaft - etwa die Landschaft vor 50 oder 100 Jahren - kann für die Entwicklung von Leitbildern wichtige Hinweise über das Entwicklungspotential eines Raumes sowie über die Beziehung zwischen (damals) vorherrschenden Landnutzungen und hierdurch bedingten Umweltqualitäten liefern. So unterscheiden sich verschiedene Landnutzungen bzgl. der in ihrer Folge entstandenen bzw. erhaltenen Lebensraum- und Artenvielfalt in der jeweiligen Region. Dies ermöglicht die Einschätzung der Natur- und Umweltverträglichkeit dieser Nutzungsformen. Die Wiederherstellung solcher historischer Zustände ist jedoch in der Regel als Leitbild für die Landschaftsentwicklung wenig geeignet. Zukunftsorientierte Leitbilder müssen vielmehr wahrscheinliche künftige Entwicklungen der sozio-ökonomischen Bedingungen einer Region berücksichtigen und Entwicklungskonzepte für die behandelten Landschaftsausschnitte entwerfen. Regionaltypische, historische Nutzungsformen können hier zur Entwicklung von Modellen beitragen. Sie müssen jedoch an Rahmenbedingungen angepasst und weiterentwickelt werden, die sich in der Regel deutlich von den historischen Verhältnissen unterscheiden.
