Management durch massive Störungen
Ableitung des Konzepts:

Dieses Konzept lässt sich aus natürlichen stochastischen Störungen ableiten. Ziel ist es, diese durch Managementmaßnahmen zu substituieren.
| Natürliche Störung | Management |
|---|---|
| Waldbrände | Pflege mit Feuer |
| Überflutungen / Eisschur an Flüssen und Küsten | Abtragen von Deichen / Deregulierung von Fließgewässern / ggf. Einstau |
| Eisbruch Windwurf Berg- und Hangrutsche |
massive mechanische Störungen (Stichwort "Pflegepanzer") |
| Auswirkungen von Insektenkalamitäten | Zulassung |
| usw. |
Leitbild:
Als Leitbild für diese Ansätze dienen natürliche dynamische Prozesse.
Umsetzung:
Die Umsetzung erfolgt durch gezielte zeitlich und räumlich begrenzte massive anthropogene Störungen im Wechsel mit unterschiedlich langen Phasen der natürlichen Sukzession. Parallel dazu soll es gelingen, auch natürlich-dynamische Prozesse erneut zu reaktivieren und in Naturschutzkonzepte zu integrieren.
Voraussetzungen:

Die Projektgebiete müssen eine hinreichende Größe aufweisen, damit sie langfristig alle Phasen der Sukzession und der zu schaffenden Pionierbiotope umfassen können. Notwendig sind auch hinreichende Pufferzonen zu Siedlungen und Nutzflächen.
Erhoffter Effekt:
Als erhoffter Effekt soll sich eine Landschaft einstellen, die aus offenen und aus in Abhängigkeit von der konkreten Zielsetzung unterschiedlich weit fortgeschrittenen Sukzessionsstadien besteht. In ihr sollen anthropogen indizierte und natürliche dynamische Prozesse ablaufen können. Zu akzeptieren ist, dass die Entwicklung und die Ergebnisse nicht genau vorhersagbar sind.
Wirtschaftlichkeit:
Erheblichen Kosten in der Anfangsphase stehen mittelfristig idealerweise erhebliche Ersparnisse im Vergleich zu traditionellen Konzepten des Naturschutzes gegenüber.
Beispielprojekte:
BMBF-Vorhaben:
"Sandökosystem im Binnenland"
