Nationaler Biotopverbund: Datengrundlage und Methoden
Datengrundlagen

Die entscheidende Arbeitsgrundlage für das F+E-Vorhaben "Länderübergreifende Achsen des Biotopverbunds" (FKZ 804 85005) waren möglichst vollständige, bundesweit erhobene Geo- und Sachdaten (z. B. zu FFH- und SPA-Gebieten, Digitales Landschaftsmodell [DLM], CORINE Landcover 2000).
Darüber hinaus wurden die Ergebnisse der selektiven Biotopkartierungen der Bundesländer trotz gewisser Einschränkungen (mangelnde Aktualität und Vergleichbarkeit, Datenlücken) als wichtigste Geodaten verwendet.
Karte rechts: Verfügbarkeit der Biotopkartierungen der Länder (grün: verfügbar, gelb: nicht verfügbar, Sterne: ohne Waldbiotope).
Auswahl von Flächen für den Biotopverbund

Ausschnitt aus der Karte der Waldflächen für den Biotopverbund
Mögliche Flächen für den Biotopverbund wurden entsprechend den Empfehlungen aus Burkhardt et al. (2004,
Publikationen), d. h. hinsichtlich Größe, Biotopqualität, Zerschneidungsgrad und Vorkommen von Zielarten bewertet. Die dafür verwendeten Parameter und Eckwerte orientierten sich dabei an den verfügbaren Daten.
Datengrundlage für die Abgrenzung von Flächen für den Biotopverbund im Wald waren in den Bundesländern Hamburg, Sachsen, Sachsen-Anhalt, Schleswig-Holstein und Thüringen Falschfarben-Infrarot-Luftbildauswertungen, für alle anderen Länder die CORINE-Landcover-2000-Daten.
Alle Sachdaten wurden auf die im CORINE-Datensatz verwendeten drei Waldtypen "Laubwald", "Nadelwald" und "Mischwald" umgerechnet. In diese Grundgeometrien wurden die Daten zu historischen Waldstandorten und zur potenziellen natürlichen Vegetation (PNV) Mitteleuropas übertragen. Darüber hinaus wurde die Unzerschnittenheit ermittelt und Daten zum Vorkommen von Zielarten für den Biotopverbund ausgewertet.
Für die Flächenauswahl im Offenland wurden die aufbereiteten selektiven Biotopkartierungen der Bundesländer als Grundgeometrien verwendet. Zur Bewertung der Flächengröße wurden Komplexe gebildet. Ausprägung und Vollständigkeit der Einzelflächen wurden über den Erhaltungszustand von Offenland-Lebensraumtypen des Anhangs I der FFH-Richtlinie in NATURA-2000-Gebieten bewertet. Unzerschnittenheit und Artvorkommen wurden wie bei den Flächen für den Biotopverbund im Wald eingestuft.
In Gebieten ohne ausreichende Datengrundlage wurden als Suchräume ausgewählte Natura-2000-Gebiete und bestimmte IBA-Gebiete dargestellt.
Die Abgrenzung geeigneter Fließgewässerabschnitte erfolgte zunächst aufgrund von Ausprägung, Vollständigkeit von Biotopkomplexen und Unzerschnittenheit. Anschließend wurden geeignete Abschnitte entsprechend ihrer Größe (= Länge) bewertet. Eine Basis der qualitativen Bewertung waren die Ergebnisse der Strukturgütekartierung.
"Räume abgestufter Verbundqualität"

Ausschnitt aus der Karte der Suchräume für die Vernetzung Trockenlebensräume (orange) und Feuchtlebensräume (türkis)
Zur Ermittlung von "Suchräumen für die Vernetzung" kam im F+E-Vorhaben ein GIS-Algorithmus (HABITAT-NET) zur Anwendung, der im Wesentlichen auf der Grundlage von Daten zu aktuellen und potenziellen Habitatflächen - im Projekt waren dies nur die Daten der selektiven Biotopkartierungen - arbeitet.
Mit dem Algorithmus werden gestufte "Funktions- und Verbindungsräume" generiert, die zu einem Vorrangsystem räumlich verknüpft sind. In einem weiteren Aggregationsschritt wurden aus diesen Suchräumen "Räume abgestufter Verbundqualität" abgeleitet. Diese Räume stellen die national bedeutsamsten Potenzialräume für den Verbund der national bedeutsamen Flächen (Kerngebiete) des Biotopverbunds dar.
Weitere Details zur Datengrundlage, zur Methodik und den Ergebnissen finden sich bei Fuchs et al. (2007,
Publikationen).
