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Kulturlandschaft: Heimat als Identifikationsraum für den Menschen und Quelle der biologischen Vielfalt

Themengruppe:

Schutzziele, Methoden und Instrumente des Naturschutzes



FKZ:

3508 82 0700



Laufzeit:

01.10.2008 bis 31.03.2010



alpental

Wertvolle Kulturlandschaften entstanden durch eine den natürlichen Bedingungen angepasste Bewirtschaftung

identifikation mit heimat

Engagement für die Heimat...

traditionelle weidenutzung

beibehalten naturverträglicher Landnutzungsformen

bauerngarten

oder die traditionelle Gestaltung des Wohnumfeldes befördern das Wohlbefinden der Bevölkerung und die biologische Vielfalt in all ihren Facetten

park luetzschena

Denkmalpflege und Kulturlandschaftserhaltung sollen eine Einheit bilden

informationstafel

Information schafft Verständnis für den Erhalt unserer Kulturlandschaften

Problemstellung und Ziele:

Kulturlandschaft stößt als Thema in der Öffentlichkeit auf reges Interesse, bedeutet doch Kulturlandschaft für den Menschen zugleich auch Heimat. In Verbindung mit ihrer biologischen Vielfalt und der Vielfalt, Eigenheit und Schönheit der Landschaft wird damit auch Identität und Geborgenheit vermittelt. Bezogen auf den Raum kann Heimat als in Wert gesetzte Kulturlandschaft verstanden werden. Gesellschaftlich wie individuell ist diese Inwertsetzung ein aktiv zu gestaltender Prozess. Aktuell hat sich diese Inwertsetzung mit schnell wandelnden Nutzungsinteressen, aber auch unterschiedlichen gesellschaftlichen Präferenzen, die eine Reihe von Konfliktpotenzialen aber auch Entwicklungschancen bieten, auseinanderzusetzen. Der selbstverständliche aktive Umgang mit (Kultur)Landschaft in der alltäglichen Lebens- und Arbeitswelt, wie sie früheren Generationen zu Eigen war, entfällt dabei in der heutigen Zeit für die meisten Menschen. Damit einher geht auch das Verständnis für die Anliegen des Schutzes der biologischen Vielfalt mehr und mehr verloren.

Demgegenüber stehen die nationalen, gemeinschaftlichen und weltweiten Bemühungen zum Erhalt der biologischen Vielfalt. So fordert u. a. die europäische Biodiversitätsstrategie flächendeckende Ansätze zur Erhaltung und nachhaltigen Nutzung der Kulturlandschaften.

Auch in der nationalen Biodiversitätsstrategie werden entsprechende Ziele für die Kulturlandschaften Deutschlands formuliert. Für einen flächenhaften Ansatz zur heimatlichen Identifikation des Menschen einerseits und der Erhaltung der Biodiversität andererseits spielen Kulturlandschaften eine wichtige Rolle.

Das BNatSchG und das ROG sehen daher die Erhaltung historischer bzw. gewachsener Kulturlandschaften mit ihren charakteristischen Elementen und Strukturen als grundlegendes Ziel vor. Aktuelle Diskussionen und Tendenzen, insbesondere in der Raumordnung, gehen aber auch von einem weiterreichenden Gestaltungsauftrag der räumlichen Planung aus, der Kulturlandschaften als Handlungsebene nicht auf historische oder gewachsene Kulturlandschaften beschränkt, sondern als Qualitätsanspruch für alle Raumtypen versteht und damit Entwicklungsmöglichkeiten vor dem Hintergrund neuer, charaktergebender Nutzungsstrukturen eröffnet. Auch aufseiten des Naturschutzes werden Begriffsverständnis und damit verbundene Handlungsansätze und -strategien von Kulturlandschaft und Heimat aktuell diskutiert.

Im Kontext der gesellschaftlichen Diskussion ist es eine wichtige Aufgabe des Naturschutzes, sich zur zukünftigen Kulturlandschaftsentwicklung zu positionieren und seine gesellschaftliche Rolle zu konkretisieren. Der räumliche Bezug macht es notwendig, hier insbesondere auf regionaler Ebene eine entsprechende Konkretisierung zu leisten. Da Kulturlandschaften und ihre charakteristischen Identitäten eine gesamträumliche Dimension haben und sich nicht allein auf einzelne Schutzgebiete und -objekte, sondern auf die gesamträumliche Situation und Charakteristik gründen, ist ein gesamträumlicher Ansatz, eine gesamträumliche Positionierung vor dem Hintergrund der jeweiligen Spezifik des Raumes erforderlich. Der räumlichen Planung kommt daher für die Erhaltung und Entwicklung von Kulturlandschaften eine zentrale Bedeutung zu. Eine konkrete, raumbezogene Positionierung ist daher vonseiten des Naturschutzes primär im Rahmen der Landschaftsplanung zu leisten, die vor allem auf Integration in die räumliche Gesamtplanung ausgerichtet ist, aber auch andere Umsetzungspfade im regionalen und kommunalen Kontext aufzeigen muss.

Systematische und praxisorientierte Leitvorstellungen, Handlungsansätze und planerische Handreichungen haben eine zentrale Bedeutung, um die Kulturlandschaftsentwicklung und die damit verbundenen Effekte sowohl auf die heimatliche Identifikation als auch auf die biologische Vielfalt im Rahmen von Planungen umfassend berücksichtigen zu können. Ziel des Vorhabens ist die Erarbeitung entsprechender Handreichungen auf Basis eines bundesweit übertragbaren Ansatzes für regionale Planungen zur Erhaltung und Entwicklung von Kulturlandschaften in ihrer Vielfalt, Eigenheit und Schönheit und der damit verbundenen Biodiversität unter Berücksichtigung ihrer Funktion für die Identifikation mit Heimat und dem aktuellen Wandel von Nutzungsformen und -strukturen.

Anknüpfungspunkte und Zielkonformitäten mit der Denkmalpflege sind zu berücksichtigen. Die Ergebnisse des Vorhabens sollen eine Hilfestellung zur Unterstützung der Ziele der nationalen Biodiversitätsstrategie mit Hilfe räumlicher Planungen geben.

 


Forschungsnehmer

Prof. Dr. Catrin Schmidt, Technische Universität Dresden, Institut für Landschaftsarchitektur, 01062 Dresden,

Prof. Adrian Hoppenstedt und Gottfried Hage,

HHP HAGE+HOPPENSTEDT PARTNER, Raum- und Umweltplanung,

Gartenstraße 88, 72108 Rottenburg


Ansprechpartner:

Torsten Wilke  FG II 3.1 
Jens Schiller  FG II 3.1


Letzte Änderung: 11.12.2008

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