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Beobachtungsgegenstände eines GVO-Monitoring

Die Monitoringpläne in den Zulassungsanträgen gentechnisch veränderter Organismen sind einzelfallbezogen zu formulieren und zu prüfen. Die Auswahl der Beobachtungsparameter richtet sich nach den Eigenschaften des GVO und dem Antragszweck. So bestehen unterschiedliche Anforderungen an das Monitoring, je nachdem, ob beispielsweise Import oder Anbau eines GVO beantragt wird, ob es um einjährige Ackerfrüchte (z. B. Mais, Raps) oder um weit verbreitete und langlebige Pflanzen (z. B. Bäume, Gräser) geht, ob der GVO eine Herbizidtoleranz oder veränderte Inhaltstoffe aufweist. Das Monitoring von GVO erfordert somit ein anpassungsfähiges und dynamisches Konzept (Züghart et al. 2007).

Der Kenntnisstand zu Wirkungen von GVO auf Natur und Landschaft ist noch sehr lückenhaft. Effekte können auf der Ebene von Zellen, Organismen, Populationen, Biozönosen, Ökosystemen und Landschaften sowie auf unterschiedlichen trophischen Stufen auftreten (Züghart & Breckling 2003). Da es sich um lebende Organismen handelt, sind Wirkungen räumlich und zeitlich in der Regel nicht eingrenzbar. Sie können unmittelbar oder erst nach Jahrzehnten sichtbar werden und ihre räumliche Reichweite ist schwer zu prognostizieren. Darüber hinaus können sich Wirkungen in allen Umweltkompartimenten (Luft, Boden, Wasser) manifestieren. Es bedarf daher eines Monitoringkonzeptes, das auf Ursache-Wirkungshypothesen und auf allgemeine Beobachtungen des Umweltzustandes aufbaut. Außerdem sollte das Monitoring auch auf naturschutzfachliche Schutzgüter ausgerichtet werden.

Neben der Erfassung potenzieller Wirkungen auf die Umwelt ist die Dokumentation der Ausbreitung, Persistenz und Akkumulation von Transgenen ein wichtiger Bestandteil des Monitoring. Derzeit ist der langfristige Verbleib von Transgenen in der Umwelt schwer abschätzbar (Züghart & Breckling 2003). Die Erfassung von Transgenen in Organismen und Umweltmedien soll Ausbreitungswege und eine Überdauerung langfristig dokumentieren.

Geeignete Beobachtungsparameter, Erhebungsmethoden und Beobachtungsdesign wurden u. a. von Züghart & Breckling 2003 und B/L-AG 2002 entwickelt. Damit die Erhebungen bundes- und europaweit ausgewertet und verglichen werden können, unterstützt das BfN den VDI bei der Standardisierung von Untersuchungsmethoden und -verfahren für das GVO-Monitoring auf nationaler und europäischer Ebene (Fink et al. 2006). Als Hilfestellung für Antragsteller und Behörden hat der VDI Schutzziele und Prüfpunkte in einer Rahmenrichtlinie für das GVO-Monitoring zusammengefasst, die der Erstellung eines Monitoringplans zugrunde gelegt werden können. Eine Auswahl faunistischer Parameter wurde auf ihre Aussagefähigkeit und Praktikabilität im F+E-Vorhaben  "Biotische Wirkungsakkumulatoren, Phase II" erprobt.


Literatur:

Bund/Länder-Arbeitsgruppe "Monitoring von Umweltwirkungen gentechnisch veränderter Pflanzen" (2003): Entwurf eines Konzepts für das Monitoring von gentechnisch veränderten Organismen (GVO). - In: Umweltbundesamt (Hrsg.): Symposium "Monitoring von gentechnisch veränderten Pflanzen: Instrument einer vorsorgenden Umweltpolitik". UBA-Texte 23/03, Umweltbundesamt, Berlin: 169-209.

Fink, M., Seitz, H., Beismann, H. (2006): Concepts for General Surveillance:VDI Proposals. Standardisation and harmonisation in the field of GMO-Monitoring. J. Verbr. Lebensm. 1, Suppl. 1: 11-14.

Züghart, W., Breckling, B. (2003): Konzeptionelle Entwicklung eines Monitoring von Umweltwirkungen transgener Kulturpflanzen. Teil 1 und 2. - UBA-Texte 50/03, Umweltbundesamt, Berlin: 543 S.

Züghart, W., Benzler, A., Berhorn, F., Sukopp, U. & Graef, F. (2007): Determining indicators, methods and sites for monitoring potential adverse effects of genetically modified plants to the environment: the legal and conceptional framework for implementation. Euphytica: DOI: 10.1007/s10681-007-9475-6.


Letzte Änderung: 02.07.2007

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