Bundesamt für Naturschutz

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"High-nature-value-farmland-Indikator" - Ein Indikator zur Evaluierung der Entwicklung der naturschutzfachlich wertvollen Agrarfläche in Deutschland

Der „High-nature-value-farmland-Indikator“ muss als so genannter Pflichtindikator im Rahmen der Evaluierung der Ländlichen Ent­wicklungsprogramme von allen Ländern gegenüber der EU bedient werden und ist auch auf Bundesebene im Rahmen der Berichtspflichten für den Nationalen Strategieplan darzustellen (Berichtspflichten 2010, 2012, 2014). Zu Beginn des Berichts­zeit­raumes soll der Ausgangszustand dargestellt werden.

Dieser Agrar-Umwel­tindikator „Landwirtschaftsflächen mit hohem Naturwert“ ist einer von 35 EU-Indikatoren zur Integration von Umweltbelangen in die Gemeinsame Agrarpolitik und laut ELER-Verordnung (VO EG 1698/2005) einer von zwei Basisindikatoren im Bereich der Biodiversität (Pflichtindikator 18). Daten, die den HNV-Indikator unterfüttern sollen, können zu­sätzlich für einen Wirkungs­indikator (Pflichtindikator 5) sowie für verschiedene Auswer­tungen im Zusammenhang mit Landwirtschaft und Naturschutz genutzt werden. Der Indikator ist auch geeignet zur Ergänzung des Indikatorensets der nationalen Strategie zur biologischen Vielfalt.

Zur Identifizierung der HNV-Kulisse auf europäischer Ebene wurden CORINE Landcover-Daten mit agroökonomischen Daten, Natura 2000-Informationen sowie Important Bird Area-Daten verschnitten. Die deutsche Situation wird – wie in anderen Mitgliedstaaten auch - mit der aktuellen Bemessung des Indikators auf EU-Ebene allerdings nicht adäquat dargestellt, da u.a. kleinteilig strukturierte Flächen (<25 ha) sowie die flächenmäßig große Anteile einnehmenden naturnahen Grünlandflächen nicht berücksichtigt werden. Daher muss in Deutschland ein eigener Ansatz zur Ausge­staltung des Indikators entwickelt werden.

Das BfN hat für die Weiterentwicklung des Indikators ein F&E-Vorhaben vergeben, in dem die Datenlage bei den Ländern abgefragt und mögliche Methoden zur Evaluierung des Indikators erarbeitet wurden.

Länder und Bund sind nun dabei, sich auf ein einheitliches Verfahren bei der Umsetzung des Indikators zu einigen. Ein Positionspapier hierzu befindet sich zurzeit in der Abstimmung mit den zuständigen Länderfachbehörden.


Letzte Änderung: 09.04.2008

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