Ergebnisse des Arbeitskreises "Moore & Heiden"
Im Bund-Länder-Arbeitskreis "FFH-Berichtspflichten Moore & Heiden" wurden unter der Leitung von Herrn v. Drachenfels Empfehlungen für das Monitoring und die Erhaltungszustandsbewertung der LRT der Moore & Heiden erarbeitet und Bewertungsschemata für 11 Lebensraumtypen erstellt (siehe unten). In (
NuL 2005, Heft 11 werden die erarbeiteten Empfehlungen beispielhaft für den Lebensraumtyp 2310 "Trockene Sandheiden mit Calluna und Genista" und 7230 "Kalkreiche Niedermoore" in einem Kurzbeitrag dargestellt.
Im Arbeitskreis wurden zu den einzelnen Bewertungskriterien Parameter und Schwellenwerte festgelegt, die für jeden LRT zu erheben und zu bewerten sind.
Habitatstrukturen
Bei den Strukturen werden nur solche Parameter genannt, die nicht zwangsläufig Beeinträchtigungen darstellen (z.B. Gehölzbewuchs, der bei geringen Anteilen sogar zur Vollständigkeit der lebensraumtypischen Strukturen bzw. des typischen Arteninventars beiträgt).
Bei Mooren ist z.B. der Bewuchs mit moortypischen, schwachwüchsigen Gehölze wie Spirke, Gagel oder "Bonsai-Kiefern" anders zu bewerten, als sich zunehmend ausbreitende, Entwässerung oder Eutrophierung anzeigende Arten. Bei Heiden ist ein Bewuchs mit Wacholder (vgl. LRT 5130) zu unterscheiden von sonstiger Verbuschung. Gruppen oder einzelne Exemplare alter Bäume sind nicht wertmindernd oder sogar wertsteigernd (z.B. alte Eichen in Heiden).
Bei der Abgrenzung und Bewertung der Heide- und Moor-LRT können bzw. sollten im Komplex auch Biotoptypen einbezogen werden, die für sich betrachtet keinem LRT entsprechen. Dazu gehören u.a. die verschiedenen Entwicklungsphasen von Heiden (vom offenen Sand bis zu verbuschten Bereichen), Schilfbestände in Kalkflachmooren oder Gagelgebüsche in Moorheiden. Das völlige Fehlen bestimmter Strukturtypen ist u.U. - v.a. im Hinblick auf die Fauna - wertmindernd (insbesondere bei Sandheiden). Die für den LRT kennzeichnenden Vegetationsbestände müssen bei gutem Erhaltungszustand vorherrschen.
Die Festsetzung der Schwellenwerte für die einzelnen Parameter sollte abhängig von den naturraumtypischen Gegebenheiten regionalisiert erfolgen.
Lebensraumtypisches Arteninventar
Unter dem Bewertungsparameter "Vollständigkeit des lebensraumtypischen Arteninventars" werden eine Auswahl bundesweit besonders typischer Pflanzenarten aufgeführt. Diese Liste muss landes- und naturraumtypisch ergänzt bzw. um einzelne Arten gekürzt werden. Die wichtigsten Kennarten der LRT sind in der Tabelle unterstrichen; Arten, die per Definition zwingend vorkommen müssen, sind mit einem Sternchen markiert.
Für die Artenzahl typischer Blütenpflanzen werden Schwellenwerte genannt, die hinsichtlich der veränderten Artenliste anzupassen sind. Maßgeblich für die Einstufung in die Erhaltungsklassen ist das naturraumtypische Arteninventar. Da die vorrangig betrachteten Gefäßpflanzen nur bedingt Rückschlüsse auf die Vollständigkeit des Arteninventars zulassen, werden Empfehlungen gegeben, welche Artengruppen neben den Gefäßpflanzen vorrangig erfasst werden sollten. Bei Mooren ist die fachkundige Bearbeitung der Moose anzustreben.
Beeinträchtigungen
Bei dem Parameter Beeinträchtigung werden häufig auftretende Beeinträchtigungen genannt. Sie werden teilweise über ihre Auswirkungen, das heißt, durch das flächenmäßige Auftreten von Neophyten, Eutrophierungs- oder Entwässerungszeigern skaliert.
Die Bewertungsschemata im Einzelnen
| Trockene Sandheiden mit Calluna und Genista | |
|---|---|
| Sandheiden mit Calluna und Empetrum nigrum | |
| Feuchte Heiden des nordatlantischen Raums mit Erica tetralix | |
| Trockene europäische Heiden | |
| Lebende Hochmoore | |
| Noch renaturierungsfähige degradierte Hochmoore | |
| Übergangs- und Schwingrasenmoore | |
| Torfmoor-Schlenken (Rhynchosporion) | |
| Kalkreiche Sümpfe mit Cladium mariscus und Arten des Caricion davallianae | |
| Kalktuffquellen (Cratoneurion) | |
| Kalkreiche Niedermoore |
Für eine Bewertung mit Erhaltungszustand A müssen innerhalb der einzelnen Kriterien i.d.R. alle genannten Parameter zutreffen. Bei B und C sind die Parameter vielfach auch alternativ zu sehen, insbesondere bei den Strukturparametern.
