Apium repens (Jacquin) Lagasca
Kriechender Sellerie
20-30 cm großer Doldenblütler
EU-Code: 1614, Anh. II, IV
Rote Liste Status (D) 1
Verbreitung
Der Verbreitungsschwerpunkt der Art liegt in Mittel- und Westeuropa. Die größten deutschen Vorkommen finden sich im Donau- und Voralpenraum. Wuchsorte sind z. B. Ufer unterschiedlichster Gewässer, Grünland oder auch Wege. Wichtig für die konkurrenzschwache Art ist eine lückige Vegetation und ein zumindest zeitweise nasser Untergrund.
Fortpflanzung/Biologie
Die Vermehrung der Art kann sowohl über Samen, wie auch durch Sprossausläufer erfolgen. Auch abgetrennte Sprosse können sich bei Bodenkontakt bewurzeln. Die Blütezeit reicht von Ende Juni bis September. Die Keimung der Samen findet nach einer Winterruhe im folgenden Jahr statt und wird durch oberflächliche Bodenverwundungen gefördert.
Gefährdung
Neben direkten Flächenverlusten stellt die qualitative Verschlechterung des Lebensraums eine der Hauptgefährdungsursachen dar. Ursache dafür können Veränderungen der Feuchtigkeitsverhältnisse, das Fehlen von Störstellen in der Vegetation, die Einstellung oder Veränderung der Nutzung (Mahd statt Beweidung) aber auch eine Nutzungsintensivierung sein.
Schutz
Vorrangig ist die Erhaltung der bestehenden Wuchsorte mit den dort herrschenden Störungs- und Feuchtigkeitsverhältnissen. Bei landwirtschaftlich genutzten Flächen muss sich die Nutzung an den Ansprüchen der Art orientieren. Sinnvoll sind eine höchstens extensive Beweidung während der Hauptblüte und die Schaffung von Vegetationslücken durch Trittbelastung.
Literaturhinweis
verändert nach:
Hauke, U. (2003): Apium repens (Jacquin) Lagasca. In: Petersen, B., Ellwanger, G., Biewald, G., Hauke, U., Ludwig, G., Pretscher, P., Schröder, E., und Ssymank, A. (Bearb.): Das europäische Schutzgebietssystem Natura 2000. Ökologie und Verbreitung von Arten der FFH-Richtlinie in Deutschland. Band 1: Pflanzen und Wirbellose. - Bonn-Bad Godesberg (Landwirtschaftsverlag) - Schriftenreihe für Landschaftspflege und Naturschutz 69(1): 40-46.

