Myosotis rehsteineri Wartmann
Bodensee-Vergissmeinnicht
2-10 cm großes Borretschgewächs
EU-Code: 1670, Anh. II, IV
Rote Liste Status (D) 1
Verbreitung
Die Verbreitung der Art ist auf den alpennahen Bereich Europas beschränkt. In Deutschland ist sie nur aus Bayern (Starnberger See) und v. a. Baden-Württemberg (Bodenseegebiet) bekannt. Sie besiedelt vegetationsarme kiesige Ufer großer Seen, die durchflossen sind und spezifische Wasserstandsschwankungen aufweisen und wird darüber hinaus in Gärten kultiviert.
Fortpflanzung/Biologie
Die Art vermehrt sich sowohl über Samen als auch über Ausläufer. Die Hauptverbreitung scheint in Deutschland über Ausläufer zu erfolgen. Die Blühtezeit reicht von April bis Anfang Mai vor Beginn des durch die Schneeschmelze verursachten Hochwassers. Die Pflanzen können völlig untergetaucht wachsen und ertragen eine mehrmonatige Überflutung.
Gefährdung
Die Hauptgefährdung besteht im Verschwinden geeigneter Uferbereiche. Neben der direkten Inanspruchnahme der Ufer durch Bebauung oder Freizeitnutzungen ist u. a. die Nährstoffanreicherung des Gewässers für den Rückgang der Art verantwortlich. Eine Gefährdung besteht weiterhin durch Veränderungen im Hochwassergeschehen der Seen.
Schutz
Besonders wichtig ist der Erhalt der natürlichen Wasserverhältnisse im Einzugsbereich der Seen. Die gegenwärtigen Maßnahmen müssen sich durch die Vermeidung von Nährstoffanreicherung oder die Entfernung von konkurrierender Vegetation und Treibgut auf die Stabilisierung der verbliebenen Bestände konzentrieren.
Literaturhinweis
verändert nach:
Hauke, U. (2003): Myosotis rehsteineri Wartmann. In: Petersen, B., Ellwanger, G., Biewald, G., Hauke, U., Ludwig, G., Pretscher, P., Schröder, E., und Ssymank, A. (Bearb.): Das europäische Schutzgebietssystem Natura 2000. Ökologie und Verbreitung von Arten der FFH-Richtlinie in Deutschland. Band 1: Pflanzen und Wirbellose. - Bonn-Bad Godesberg (Landwirtschaftsverlag) - Schriftenreihe für Landschaftspflege und Naturschutz 69(1): 153-156.

