Hintergrund PM "grüner Chefsessel"
Der "grüne Chefsessel" der Präsidentin
Bonn, 5.12.2007: Zu ihrer Amtseinführung als neue Präsidentin des Bundesamtes für Naturschutz (BfN), bekam Prof. Dr. Beate Jessel von Staatssekretär Machnig den "grünen Stuhl des BfN" überreicht. Dieser steht sinnbildlich für ihre Position als höchste Naturschützerin des Landes. Der "Chefsessel" der Präsidentin besteht aus verschiedenen Moosen mit so klingenden Namen wie Wald-Frauenhaarmoos und Sparriger Runzelpeter. Im wesentlichen sind die unten aufgeführten 14 Arten vertreten.
Moose gelten in der Fachwelt als wichtige Bioindikatoren für Umweltveränderungen. Sie nehmen Wasser und Nährstoffe über ihre Oberfläche auf und sind so der direkten Wirkung von Schadstoffen ausgesetzt. Aufgrund ihren kurzen Lebenszyklen und die weite Sporenausbreitung sind sie auch Zeiger für einen Klimawandel. Sie reagieren schnell auf Klimaschwankungen und verschieben dann ihre Areale.
Leucobryum glaucum (Hedw.) Ångstr. (Ordenskissenmoos; Gemeines Weißmoos)
Kommt auf sauren, zumindest zeitweise vernässten, kalkfreien Standorten, insbesondere auf Rohhumus in Nadelwäldern und -forsten sowie in Mooren und auch auf Silikatgestein, außerdem auf Todholz und Torf vor.
Polytrichum formosum Hedw. (Wald-Frauenhaarmoos)
Eines der häufigsten und größten Moose im Wald. Es zieht schwach saure und nur mäßig feuchte Standorte vor und kommt mit sehr wenig Licht aus.
Rhytidiadelphus squarrosus (Hedw.) Warnst. (Sparriger Runzelpeter)Es wächst auf Erde in Wiesen, Gebüschen oder andernorts zwischen Gras, und zwar sowohl auf mageren wie auf nährstoffreichen Böden. Es kann ausgedehnte und dichte Rasen bilden.
Amblystegium serpens (Hedw.) Schimp.
Bevorzugt feuchte Gebiete.
Atrichum undulatum (Hedw.) P. Beauv. (Welliges Kahlmützenmoos)
Kommt auf humusreichen, mehr oder weniger feuchten, lehmigen Böden vor. Es bildet lockere, dunkelgrüne, bis zehn Zentimeter hohe Rasen.
Brachythecium rutabulum (Hedw.) Schimp. (Gemeines Kurzbüchsenmoos)Bestände meist auf nährstoffreichem Untergrund. Häufig sind sie auch an kalkarmen Standorten anzutreffen.
Brachythecium salebrosum (Weber & Mohr) Schimp. (Glattstieliges Kurzbüchsenmoos)
Meist auf nährstoffreichem Untergrund. Häufig sind sie auch an kalkarmen Standorten anzutreffen. Einige Arten wachsen auf Holz, andere dagegen auf Gestein oder auf dem Boden.
Dicranum scoparium Hedw. (Besenmoos)
Wächst auf Erde oder Felsen, manchmal auch am Grunde von Bäumen auf Wurzeln, in Wäldern, Heiden oder Mooren. Es kann sowohl auf saurem wie neutralem Boden vorkommen.
Hypnum cupressiforme Hedw.
Gehört mit zu den häufigsten Moosarten bei uns. Besiedelt gemäßigte Standorte mit verschiedenen Unterlagen wie Mauern, Beton, Felsen, Bäume, morsches Holz und Rohhumus.
Hypnum jutlandicum Holmen & E. Warncke)
Bodenmoos in Nadel- und Mischwäldern und Heidelandschaften, vor allem auf Rohhumus zwischen Zwergsträuchern.
Eurhynchium praelongum (Hedw.) Schimp.
Wächst auf Erde, auf Stein oder auf morschem Holz an feuchten und schattigen Standorten, beispielsweise auf Waldboden oder an Bachrändern. In sehr luftfeuchten Lagen kann es auch Zweige und Äste überziehen. Da die Art in Maßen tolerant gegen Luft- und Bodenverschmutzung ist und auch auf nährstoffreichen Böden wächst, trifft man sie an passenden Standorten, beispielsweise an sehr schattigen Stellen in Gärten oder Parks bis in die Innenstädte.
Mnium hornum Hedw.
Häufiges Waldmoos, besiedelt bevorzugt kalkarme bis kalkfreie, ausreichend feuchte Waldböden. Es ist ein kennzeichnendes Moos in Erlenbrüchen. Bei hoher Luftfeuchte besiedelt es auch andere Substrate wie Todholz und die Borke von lebenden Bäumen.
Plagiochila asplenioides (L.) Dumort.
Bildet kräftige Rasen meist an nährstoffreichen und/oder kalkreichen Standorten, im Flachland ebenso wie in den Bergen.
Plagiothecium curvifolium Schlieph. ex Limpr.
In Laub- und Nadelwäldern allgemein verbreitetes Laubmoos, welches kalk- und basenarme, relativ nährstoffarme, frische bis feuchte Standorte bevorzugt. Das Moos besiedelt sowohl Humus als auch morsches Holz, seltener wächst es auch auf Felsen und an Baumbasen.
Hinweis:
Die Bundesregierung setzt sich für den Erhalt der biologischen Vielfalt ein. Im Vorfeld der UN-Naturschutzkonferenz führt das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit eine Kampagne zur biologischen Vielfalt durch, um die Öffentlichkeit auf den Wert und den Nutzen der biologischen Vielfalt aufmerksam zu machen. Weitere Information unter www.naturallianz.de.
