Auswahl von Testorganismen für die Umwelt-Risikoabschätzung von gentechnisch veränderten Pflanzen: Anwendung und Test eines neuen Selektionsverfahrens
Themengruppe:
Integration von Naturschutzaspekten in die Gentechnikpolitik
FKZ:
3507 89 070
Laufzeit:
1.1.08 - 31.3.09
Problemstellung und Ziele:
In dem F+E-Vorhaben "Analyse und Bewertung vorhandener ökotoxikologischer Testverfahren für die Risikoabschätzung von GVP" wurden die gängige Praxis und der Wissensstand zur Wirkungsabschätzung von gentechnisch veränderten Pflanzen (GVP) auf Organismen und Ökosystemfunktionen ausgewertet. Dabei zeigten sich Defizite sowohl in der Auswahl als auch in der Methodik der gegenwärtig verwendeten ökotoxikologischen Testverfahren. Aufbauend auf den gewonnenen Erkenntnissen wurde ein umfassendes, wissenschaftlich verbessertes Selektionsverfahren für relevante Tests vorgeschlagen, das der fallspezifischen Risikoabschätzung von GVP gerecht werden soll. Ein wichtiges Kriterium für die fallspezifische Testauswahl ist, dass nur solche Organismen getestet werden, die in einer engen ökologischen Beziehung zur jeweiligen GVP stehen und wichtige Funktionen im jeweiligen Agrarökosystem ausüben. Angesichts der Vielfalt von Agrarökosystemen in der EU wären im Rahmen des Zulassungsverfahrens bei der Wirkungsabschätzung verschiedene biogeographische Regionen zu unterscheiden.
Aufgabe dieses Vorhaben ist es, das vom Vorläufer-Vorhaben vorgeschlagene Selektionsverfahren an konkreten GVP-Fallbeispielen anzuwenden, ggf. Verbesserungen vorzunehmen und letztendlich geeignete Organismen für Tests im Rahmen der Zulassungsverfahren zu erhalten.
In einer ersten Phase ist zunächst der Begriff der biogeographischen Region auf der Basis der bisher für Europa entwickelten Konzepte zu konkretisieren. Anschließend soll in einer zweiten Phase für die biogeographischen Regionen Deutschlands das Selektionsverfahren anhand von Fallbeispielen (mit für den Vollzug relevanten / marktreifen GVP wie z.B. Kartoffel, Mais) erprobt werden.
Hierzu sollen in einem 2-3 tägigen Expertenworkshop mit Ökologen, Agraringenieuren und Verarbeitungsfachleuten aus Wissenschaft, Verwaltung, Industrie sowie Umwelt- und Verbraucherorganisationen das in Deutschland vorhandene Fachwissen zusammengebracht werden.
Im Ergebnis sollen Listen von Testorganismen und zu erhebenden Biosicherheitsdaten für die Wirkungsabschätzung der Beispiel-GVP gewonnen werden, die künftig im Rahmen der Zulassungsverfahren genutzt werden können.
Das Selektionsverfahren wurde auf einer Nebenveranstaltung (Side-Event) der 4. Tagung der Vertragsparteien des Cartagena-Protokolls über die biologische Sicherheit, (MOP-4) im Mai 2008 in Deutschland präsentiert.

Einführungsvortrag von
Frau Prof. Jessel Präsidentin des BfN während des Side-Event der MOP-4.

Podiumsdiskussion während des Side-Event der MOP-4.
Forschungsnehmer:
EcoStrat GmbH,
Ökologische Technologiefolgenabschätzung & Umweltberatung,
Höttingerstr. 32,
CH-8032 Zürich
Ansprechpartner im BfN:
Hanka Teichmann
FG II 2.3
Endbericht/Veröffentlichung:
geplant für Ende 2009/ Anfang 2010
