Naturschutz, Ausstellung, Freizeit-Tipp
Teufelskralle goes public
- Interaktive Module präsentieren die Themen Naturschutz, Nachhaltigkeit und gerechter Vorteilsausgleich in neuer Form
Bonn, 27. November 2008: Gestern wurde im Zoologischen Forschungsmuseum Alexander Koenig die interaktive Wanderausstellung: "Teufelskralle - eine Heilpflanze und ihre Sammler" eröffnet. Die Ausstellung wurde anlässlich der UN-Naturschutzkonferenz vom Botanischen Verein zu Hamburg in Zusammenarbeit mit dem Bundesamt für Naturschutz (BfN) zu der afrikanischen Heilpflanze Teufelskralle und ihrer nachhaltigen Nutzung entwickelt und ist ab sofort im Zoologischen Forschungsmuseum Alexander Koenig zu sehen. Sie zeigt auf umfassende Weise, wie eine schonende Nutzung der Teufelskralle möglich ist und welche Rolle Händler, Verbraucher und internationale Abkommen bei der nachhaltigen Nutzung und dem gerechten Vorteilsausgleich spielen.
"Ein Ausgleich der Interessen von Sammlern und Naturschützern ist möglich, wenn neben der dauerhaften Erhaltung der Pflanzenbestände auch der wirtschaftliche Nutzen und die soziale Verträglichkeit berücksichtigt sind. Dies kommt letztlich allen zugute – den Pflanzenbeständen, deren Erhalt so gewährleistet ist, aber auch der örtlichen Bevölkerung, für die sich langfristige Einkommensquellen erschließen," sagte Prof. Dr. Beate Jessel, Präsidentin des Bundesamtes für Naturschutz.
Im Zentrum der Ausstellung stehen zwei interaktive Medienstationen. Sie liefern dem Besucher Informationen zur Teufelskralle, zum Lebensraum der Kalahari im südwestlichen Afrika, dem Volk der San, der Handelskette sowie zu den politischen Rahmenbedingen. Zwei halbkreisförmige Landschaftspanoramen schaffen Savannen-Atmosphäre. In einen Bodenschnitt, der das unterirdische Wurzelwerk der Teufelskralle zeigt, sind Vitrinen sowie eine Film- und eine Hörstation eingebaut.
Die San–Buschleute im südlichen Afrika nutzen die heilenden Wirkstoffe der Wurzelknollen der Teufelskralle seit Jahrhunderten als Medizin. Seit mehr als 50 Jahren wird die in den Trockensavannen der Kalahari heimische Pflanze auch in Europa zur Behandlung rheumatischer Beschwerden eingesetzt. In Deutschland entwickelte sie sich in den letzten Jahren zu einer der beliebtesten Heilpflanzen. Anfang des 21. Jahrhunderts stieg der Export der Teufelskralle auf bis zu 1.000 Tonnen pro Jahr. Die steigende Nachfrage führt in Ländern wie Namibia oder Südafrika stellenweise zur Übernutzung der Bestände und gefährdet damit auch die Lebensgrundlage vieler afrikanischer Sammler, die mit der Ernte der Teufelskralle ihren Lebensunterhalt verdienen.
Die Ausstellung ist vom 27.11.2008 bis zum 01.03.2009 zu sehen. Eintrittspreise: 3,- Euro, reduziert 1,50 Euro. Öffnungszeiten: geöffnet Di bis So: 10:00 bis 18:00 Uhr Mi: bis 21:00 Uhr, montags nur an gesetzlichen Feiertagen, geschlossen: Heiligabend, 1.Weihnachtstag und Sylvester
