Bundesamt für Naturschutz

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Artenschutz im Urlaub

Spürnasen im Dienst

Interview mit Artenschutzhund Amy

Wenn Amy im Dienst ist, haben Schmuggler schlechte Karten. Die fünfjährige Schäferhündin kontrolliert am Frankfurter Flughafen jeden Tag Hunderte von Koffern auf verdächtige Ladung. Und dazu braucht sie kein technisches Gerät, sondern nur ihre feine Nase: Amy ist ein Artenschutz-Spürhund und arbeitet im Auftrag des Zolls.


Galapagos-Riesenschildkröte frisst Gras

Foto: Winternitz ddr ram/pixelio

Chamäleon auf Ast

Foto: Ulla Trampert/pixelio

Tiger, der versucht etwas im Wasser zu fangen

Foto: Dieter/pixelio

tote Krabben als Souvenir

Foto: Rolf Handke/pixelio

Tag, Amy. Darf ich dir ein paar Fragen über deine Arbeit am Frankfurter Flughafen stellen?

Klar (schnüff, schnüff), leg los (schnüff, schnüff).

Erzähl mal, was du tust, wenn du im Dienst bist.

Eigentlich ist es ein Spiel, das ich da spiele. Das geht so: In einer Halle stehen alle Koffer, die in ein Flugzeug reinpassen, also so 300 bis 400 Stück. Ich versuche, möglichst schnell herauszukriegen, ob in den Koffern irgendetwas nach Tier riecht. Wenn ich einen Duft gefunden habe, mache ich Krach und bekomme Leckerlis ‑ fertig.

Ja, hört sich spaßig an. Was für Tiere suchst du denn da?

Vor allem Tiere, die unter Schutz stehen. Überall auf der Welt gibt es Tiere, die man nicht fangen und nicht aus dem Land bringen darf. Manche Menschen tun das aber trotzdem und stecken Schlangenhäute oder lebende Schildkröten in ihren Koffer. Die finde ich dann ‑ todsicher!

Was passiert mit den Leuten, die so etwas tun?

Um die kümmern sich meine Chefs vom Zoll. Sie sorgen dafür, dass den Leuten die Tiere oder Sachen weggenommen und sie bestraft werden.

Woher weißt du denn überhaupt, wie Schlangenhaut riecht?

Als ich beim Zoll angefangen habe, musste ich ganz viele Gerüche lernen. Dazu ist mein Hundeführer, der Tobias, sogar mit mir in den Frankfurter Zoo gegangen. Da durfte ich dann an Nashorn-Stroh, Schildkröten und Riesenschlangen schnuppern. Die Gerüche hab ich mir halt gemerkt - ganz einfach.

Also, einfach hört sich das nicht an...

Ihr Menschen mit euren verstopften Nasen! Hundenasen sind viel feiner und können sich unendlich viele Gerüche merken.

Bist du der einzige Artenschutz-Hund am Frankfurter Flughafen?

Nee, ich hab noch einen Kollegen. Das ist der Uno, der ist vier Jahre alt und ein Labrador. Wir wechseln uns bei der Arbeit ab. Ist ja auch klar, sonst würde immer nur einer die Leckerlis kriegen...

Stimmt, das wäre ungerecht. Und was machst du in deiner Freizeit?

Genau dasselbe wie andere Hunde: Stöckchen suchen, Gassi gehen, Schuhe kaputt beißen und so weiter. Ich wohne bei meinem Hundeführer Tobias und seiner Familie. Da gefällt’s mir echt gut.

Und was ist, wenn du mal alt bist und nicht mehr so gut riechen kannst?

Dann geh ich in Rente ‑ nee, im Ernst: Wenn meine Nase mal schlechter werden sollte, bleib ich halt Familienhund. Ist ja auch schön.

Liebe Amy, vielen Dank für das Gespräch!

Gern geschehen (schnüff, schnüff)... sag mal, was hast du da eigentlich in der Hosentasche? Darf ich mal gucken? Oh, lecker Wurst (schleck, schmatz). Danke und schönen Tag noch! WUFF!


Menschen mögen Schildkröten. Wilde Schildkröten brauchen ihren natürlichen Lebensraum. Sie sind keine geeigneten Haustiere!

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Für alle kleinen Artenschützer auf Reisen:

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Keine geschützen Mitbringsel kaufen!

Meeresschildkröte. Bild: Cl. Scheumann / pixelio

Im Urlaub kann man oft tolle Mitbringsel kaufen. Häufig werden aber auch Sachen aus geschützten Tieren und Pflanzen angeboten. Hier gilt: Finger weg. Nicht nur, weil es verboten ist und man dafür bestraft werden kann. Sondern: Wenn du diese Dinge nicht kaufst, trägst du dazu bei, besonders bedrohte Arten zu schützen und die Artenvielfalt zu erhalten. Denn wenn geschützte Mitbringsel nicht mehr gekauft werden, lässt sich damit kein Geld mehr verdienen und die Händler und Jäger verlieren das Interesse daran.

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Letzte Änderung: 16.06.2010

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