Bundesamt für Naturschutz

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Zugvögel

Vagabunden der Lüfte

Zugvögel sind erstaunliche Langstreckensportler: Jedes Jahr im Herbst machen sie sich zu Tausenden auf den Weg in den Süden. Manche von ihnen fliegen dabei um den halben Erdball, andere ziehen nur bis zum Mittelmeer. Jetzt im Frühling kehren Kranich, Storch und Co. aus ihren weit entfernten Überwinterungsgebieten zu uns zurück. Einige Vagabunden der Lüfte stellen wir euch hier vor:


Weißstorch von der Seite im Flug.

Weißstorch. Foto: Dieter Haugk / pixelio.

Mauersegler im Flug, von unten gegen blauen Himmel.

Mauersegler im Flug. Foto: Pawel Kuzniar / Wikipedia.

Küstenseeschwalbe im Flug von der Seite.

Eine Küstenseeschwalbe. Foto: Hans-Peter Dehn / pixelio.

Eine Graugans steht am Ufer eines Gewässers.

Graugans. Foto: Hanspeter Bolliger / pixelio

Der Weißstorch

Die Wege des Storches von Mitteleuropa ins südliche Afrika und zurück sind gut bekannt. Das liegt daran, dass Vogelforscher immer wieder einige der Vögel mit Sendern ausstatten. So sind sie immer dabei, wenn die Störche Ende August in den Süden starten. Auf diese Weise haben sie die genauen Flugrouten erfahren und konnten auch feststellen, warum manche Störche nicht zurück kehren.

Im Internet könnt ihr den Zug einiger Störche verfolgen. Fast täglich werden zum Beispiel die Wege der Störche von der Vogelschutzwarte  Storchenhof Loburg dokumentiert.

Mauersegler

Mauersegler sind kleine Vögel, die den Schwalben ähnlich sehen. Sie gehören zu den Ersten, die sich im Sommer auf den Weg in den Süden machen. Schon Anfang August haben sie mit dem Umzug nach Afrika begonnen.  Drei Monate brauchen sie für den langen Weg und genau so lange für den Rückweg im Frühling. Damit sind die Mauersegler jedes Jahr insgesamt sechs Monate lang unterwegs!  

Küstenseeschwalbe

Den unglaublichsten Weg legen die Küstenseeschwalben zurück: Sie fliegen jedes Jahr von ihren Brutgebieten an Nord- und Ostsee bis in die Antarktis. Das sind stolze 30.000 Kilometer! Dabei können sie am Tag zwischen 300 und 500 Kilometern zurücklegen, weil sie die Winde, die über den Ozeanen wehen, geschickt ausnutzen.  

Graugänse

Zu den bekanntesten Zugvögeln gehören die Graugänse. Bestimmt kennt ihr Nils Holgersson, der mit der Gänseschar von Aka von Kebnekaise die Reise zu den Brutplätzen nach Lappland antritt. Hier bei uns in Deutschland sieht man sie manchmal zu Tausenden auf Wiesen und Äckern. Doch die Graugänse verändern ihre Gewohnheiten: Viele fliegen im Winter nicht mehr zu ihren Überwinterungsplätzen nach Spanien und Nordafrika, sondern bleiben hier. Das liegt zum Teil an den milderen Wintern, aber auch an der intensiveren Landwirtschaft. Selbst im Winter finden die Vögel auf den Feldern noch genügend Nahrung, so dass sie den weiten Weg in den Süden gar nicht erst antreten.

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Küstenseeschwalbe

Wandergeselle oder Reisemuffel?

Langstreckenzieher

Langstreckenzieher sind Vögel, deren Überwinterungsgebiete sehr weit von den Brutplätzen entfernt liegen. Zu den Langstreckenziehern gehören neben Störchen, Küstenseeschwalbenund Mauerseglern auch die Rauchschwalbe und der Gartenrotschwanz.

Kurzstreckenzieher

Manche Vogelarten zieht es nicht ganz so weit - sie bleiben über Winter in Südeuropa. Zu diesen Vögeln gehören zum Beispiel Star und Bachstelze. 

Teilzieher

Es gibt auch Vogelarten, bei denen nur einige Exemplare in den Süden fliegen. Amseln und Rotkehlchen zum Beispiel finden im milden mitteleuropäischen Winter noch genügend Nahrung, so dass nur noch wenige von ihnen die gefährliche Reise antreten.

Standvögel

Unter den Vögeln gibt es aber auch viele richtige Reisemuffel. Spatzen, Meisen und Spechte zum Beispiel bleiben das ganze Jahr über bei uns.  Sie sind so gut an das Leben in Mitteleuropa angepasst, dass ihnen ein normaler Winter nicht viel ausmacht.