Bundesamt für Naturschutz

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Wisente - Kraftpakete aus der Urzeit


Vier Wisente im Schnee.

Eine Wisentgruppe im Rothaargebirge. (Foto: Horstgünter Siemon, Wisent-Welt-Wittgenstein)

Wisente sind die größten Landsäugetiere Europas. Mit ihrem massigen Körper, den hohen Schultern und den geschwungenen Hörnern erinnern sie an die Urzeit. Und das nicht ohne Grund: Schon die Neandertaler machten Jagd auf die Urviecher, die auch für Höhlenzeichnungen aus der Steinzeit Modell standen. Bis zu 1000 Kilogramm kann ein ausgewachsener Wisent-Bulle auf die Waage bringen. Da seine Schultern den höchsten Punkt bilden, sieht ein Wisent immer aus, als würde es seinen massigen Schädel zum Angriff senken. Da möchte man lieber Abstand halten...

Gibt es in Europa Wisente in freier Wildbahn?

Zwei Wisente schauen sich an.

(Foto: Horstgünter Siemon, Wisent-Welt-Wittgenstein).

Zu Beginn des 20. Jahrhunderts waren Wisente in freier Wildbahn ausgerottet. Man hatte nicht nur Jagd auf sie gemacht, sondern auch ihren Lebensraum zerstört. Wisente leben in lichten Laubwäldern. Mit der Abholzung der Wälder schwanden auch ihre Rückzugsgebiete.

Ausschließlich in Zoos und Wildgehegen gab es um 1930 weltweit noch rund 50  Europäische Wisente. Doch dann begann ein Zucht- und Auswilderungsprogramm, dem wir bis heute sämtliche Wisente verdanken. Insgesamt rund 3500 Wisente gibt es weltweit - allein 500 von ihnen im polnisch-russischen Nationalpark Bialowieza in freier Wildbahn. Gejagt werden Wisente heute nicht mehr.

Wilde Wisente bald auch in Deutschland!

Mit seinem dicken Winterfell ist das Wisent vor der Kälte gut geschützt. (Foto: Horstgünter Siemon, Wisent-Welt-Wittgenstein.)

Mit Unterstützung des Bundesamtes für Naturschutz startete vor ein paar Jahren im Rothaargebirge ein Auswilderungsprojekt für Wisente. Erstmals im März 2010 wurden Wisente in ein 80 Hektar großes Auswilderungsgehege bei Bad Berleburg gebracht und schon im August 2011 kam dort das erste Kälbchen zur Welt. Das Auswilderungsgehege liegt im Kreis Siegen-Wittgenstein im Süden von Nordrhein-Westfalen.

Ein Auswilderungsgehege ist ein umzäuntes Gelände in dem natürlichen Lebensraum, den die Tiere später besiedeln sollen. Hier haben sie Zeit, eine Herde zu bilden und vor allem eine natürliche Scheu vor den Menschen zu entwickeln. Schon im nächsten Jahr sollen die Tiere ausgesetzt werden. Dann leben erstmals seit Jahrhunderten wieder wilde Wisente in Deutschland.

Lebensweise der Wisente

Wisentkuh, die ihr Jungtier säugt.

Wisentkuh mit Jungtier. (Foto: Jörg Tillmann, Wisent-Welt-Wittgenstein)

Wisente leben in Gruppen in lichten Laub- und Mischwäldern. Zu den Gruppen, die aus bis zu 20 Tieren bestehen, gehören Weibchen und Jungtiere. Die älteren Bullen kommen nur zur Paarungszeit im Herbst hinzu - den Rest des Jahres sind sie Einzelgänger. Angeführt wird die Gruppe von einer Leitkuh. Die meiste Zeit des Tages verbringen Wisente mit dem Fressen der auf dem Waldboden wachsenden Pflanzen. Wenn es Winter wird, wächst den Tieren ein dichtes Winterfell, das sie vor der Kälte schützt. Dann sehen sie sogar noch massiger aus als sowieso schon.

 

Wie heißt das deutsche Mittelgebirge, in dem die Wisente ausgewildert werden?
A oder B oder C - nur eine Antwort ist richtig.
A Sauerland
B Eifel
C Rothaargebrige

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