Bionik
In der Form der Tragfläche sind die besten Eigenschaften eines Vogelflügels vereint. (Foto: Trolljenta / pixelio)
Die Bionik ist ein relativ junger Forschungszweig. Bioniker sind Wissenschaftler, die natürliche Phänomene erforschen, um herauszufinden, wie sie funktionieren. Nach ihren Erkenntnissen werden technische Mittel entwickelt, die die Funktionen der natürlichen Vorbilder nutzbar machen. So helfen die besten Erfindungen der Natur auch uns Menschen. Bionikern verdanken wir zum Beispiel den Klettverschluss, die Form der Flugzeug-Flügel oder auch ein besonders leicht abzulösendes Klebeband.
Wie arbeiten Wissenschaftler in der Bionik?
In dem Begriff "Bionik" verstecken sich die Wörter Biologie und Technik. Biologen und Techniker arbeiten in diesem Forschungszweig eng zusammen. Die Biologen erforschen die Natur und versuchen, bestimmten Phänomenen auf den Grund zu kommen. Techniker übertragen die Erkenntnisse der Biologen dann auf ihren technischen Bereich - zum Beispiel in der Architektur, der Physik, der Medizin oder Chemie.
Berühmtes Beispiel: Der Lotos. Das ist eine Pflanze mit einer besonderen Oberfläche. Flüssigkeiten perlen einfach von den Blättern ab, auch Schmutz bleibt nicht haften. Die Pflanze reinigt sich selbst. Man nennt dieses Phänomen "Lotos-Effekt".
Biologen haben herausgefunden, dass die Blätter der Pflanze gar nicht wirklich glatt, sondern mit winzig kleinen, von Wachs überzogenen Noppen bedeckt sind. Flüssigkeiten haben so keine Möglichkeit, an der Oberfläche haften zu bleiben. Ingenieure haben anschließend Beschichtungen für künstliche Oberflächen entwickelt, die genau solche Strukturen haben. Auch sie reinigen sich selbst. Genutzt werden sie zum Beispiel für Waschbecken und Fensterscheiben.
"Von der Weisheit der Natur lernen"
Bionik bedeutet also, von der Natur zu lernen. Dabei geht es gar nicht nur um den Nutzen für technische Errungenschaften. Auch das menschliche Zusammenleben könnte aus dem Vorbild Natur Vorteile ziehen. Sozialwissenschaftler, Psychologen und Wirtschaftswissenschaftler können ebenso mit Erkenntnissen der Biologen weiterarbeiten.
Wie funktioniert zum Beispiel das Zusammenspiel in einem schnell schwimmenden Fischschwarm? Könnte man daraus Regeln für den Autoverkehr ableiten? Wie schafft es die Natur, dass sie alle produzierten Abfälle wieder verwertet? Kann man daraus Strategien zur Abfallvermeidung entwickeln? Warum ist überhaupt die Organisation der natürlichen Abläufe so perfekt, dass nur selten etwas schiefgeht? Kann man solche Erkenntnisse auf die Organisation von großen Unternehmen übertragen? All dies sind Fragen, die im weitesten Sinne ebenfalls mit Bionik zu tun haben. "Von der Weisheit der Natur lernen" - so umschreiben Bioniker selbst ihre Wissenschaft.
Im Naturkunde-Museum des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe in Münster läuft zur Zeit eine Ausstellung zum Thema Bionik. In einem kurzen Film werden Beispiele für Bionik gezeigt und erklärt, wie Bioniker arbeiten. Hier kannst du den Film anschauen:
LWL-Museum.










