Bundesamt für Naturschutz

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BfN: Herkunft der Ostseestöre geklärt

  • Störe sollen wieder in der Ostsee angesiedelt werden

Bonn/Vilm, 09.10.2002: Der früher in der Ostsee häufig vorkommende Stör (Acipenser oxyrinchus) hatte seinen Ursprung an der Westküste Nordamerikas. Das ist das sensationelle Forschungsergebnis des Bundesamtes für Naturschutz (BfN). Die in der neusten Ausgabe der Zeitschrift "Nature" veröffentlichten Ergebnisse zeigen, dass die in der Ostsee extrem seltene, bis 1996 nur noch in Einzelfängen belegte Störart auch heute noch zahlreich in nordamerikanischen Gewässern vorkommt. "Hiermit ist die wichtigste Voraussetzung zur Wiederbesiedlung der Ostsee mit dem Stör erfüllt", erklärte Prof. Dr. Hartmut Vogtmann, Präsident des Bundesamtes für Naturschutz. Das vom BfN geförderte Vorhaben kann jetzt auf Basis der neusten Ergebnisse intensiviert werden. Zur Zeit laufen die Vorbereitungen für den Aufbau eines Elterntierbestandes und eines darauf abgestimmten Nachzuchtprogramms. Im nächstem Jahr sollen die ersten erwachsenen Störe aus Nordamerika nach Deutschland gebracht werden. Ein erster versuchsweiser Besatz mit markierten Jungtieren könnte ebenfalls schon im Laufe des kommenden Jahres im Odereinzugsgebiet erfolgen. "Die Chancen stehen gut, dass unsere Kinder Störe nicht nur als ausgestopfte Exemplare aus den Museen kennen, sondern sie in einigen Jahren wieder in unseren Flüssen und Meeren beobachten können", sagte Vogtmann.

Die Forschungen haben gezeigt, dass der Europäische Stör (A. sturio) in der Ostsee nicht wie bislang angenommen erst zu Beginn des 20. Jahrhunderts ausgestorben ist. Er wurde vielmehr mit dem Einsetzen der "kleinen Eiszeit" um 1200 n. Chr. durch einen nahen Verwandten von der Westküste Amerikas (A. oxyrinchus) verdrängt, der offenbar besser an die klimatischen Bedingungen angepasst war.

Für die Nordsee wird die Wiederbesiedlung mit dem dort typischen Europäischen Stör (A. sturio) dagegen noch etwas dauern, da diese für die Nordsee geeignete Art weltweit nur noch in einem kleinen, sehr bedrohten Bestand in der Gironde in Frankreich vorkommt. Zwar läuft schon seit einigen Jahren auch für diese Störart ein vom BfN finanziertes Zuchtprogramm. Da Störe jedoch erst mit acht bis zehn Jahren die Geschlechtsreife erreichen, dauert es noch mindestens drei Jahre, bis die ersten Nachkommen erwartet werden können. Diese sollen dann in den deutschen Nordseezuflüssen ausgesetzt werden.


Letzte Änderung: 09.10.2002

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