Öffentlicher Startschuss für Planungen am Gewässerrandstreifenprojekt Spreewald
- Umfassende Projektbeteiligung der Spreewälder
Bonn/Lübbenau, 01.10.2001: Mit einer öffentlichen Informationsveranstaltung im Rathaus von Lübbenau wurde am 19. September 2001 der Startschuss für die Planungen zum Gewässerrandstreifenprojekt Spreewald gegeben. Es ist das erste Naturschutzgroßprojekt des Bundes, bei dem die Pflege- und Entwicklungsplanung durch ein moderiertes Informations- und Beteiligungsverfahren begleitet wird.
Neu gegenüber anderen Großprojekten im Land Brandenburg ist auch, dass die Projektträgerschaft durch einen kommunalen Zweckverband wahrgenommen wird. Dieser wurde 1998 von den Städten Lübbenau und Lübben, den drei Landkreisen Dahme-Spreewald, Oberspreewald-Lausitz, Spree-Neiße und dem Förderverein für Naturschutz im Spreewald (FÖNAS) gegründet.
Mit dem vom Präsidenten des Bundesamtes für Naturschutz, Prof. Dr. Hartmut Vogtmann, nachdrücklich unterstützten Informations- und Beteiligungsverfahren der Spreewälder am Projekt wird dem besonderen und mehrfach eingeforderten Beteiligungs- und Informationsanspruch der Bevölkerung Rechnung getragen. Denn die Erfahrung zeigt, dass große Projekte des Naturschutzes nur erfolgreich umgesetzt werden können, wenn sie mit allen Beteiligten vor Ort abgestimmt und gestaltet werden. Das große Interesse an der Informationsveranstaltung in Lübbenau bestätigte dies augenscheinlich.
Vor den über hundert Besuchern betonte Landrat Martin Wille - ehrenamtlicher Vorsteher des Zweckverbandes - den hohen Stellenwert des Naturschutzgroßprojektes für die regionale Entwicklung. Die Projektmanagerin Dr. Christine Kehl erläuterte gemeinsam mit den Moderatorinnen Beate Günther und Elke Baranek den Stand des Projektes und die geplante Zusammenarbeit in den unterschiedlichen Gremien. Angeknüpft wird dabei an die Arbeit im Fachbeirat des Zweckverbandes. Als Sprecher der mit der Pflege- und Entwicklungsplanung beauftragten Ingenieurbüros stellte Dr. Hubert Illig die nächsten Schritte der naturschutzfachlichen Planung vor.
Im Vordergrund des Projektes stehen die Erhaltung und Entwicklung spreewaldtypischer Lebensräume mit ihrem charakteristischen Artenbestand in einer nachhaltig genutzten Natur- und Kulturlandschaft sowie die Verbesserung des Wasserspeichervermögens dieser Landschaft. Insgesamt werden bei einem erfolgreichen Abschluss der Moderationsphase für das Projekt bis zum Jahr 2012 voraussichtlich 30,5 Mio. DM zur Verfügung gestellt, davon ca. 22,1 Mio. DM vom Bundesamt für Naturschutz , ca. 6,3 Mio. DM aus Mitteln des Ministeriums für Landwirtschaft, Umwelt und Raumordnung Brandenburg sowie ca. 2,1 Mio. DM Mittel des Projektträgers, des Zweckverbandes "Gewässerrandstreifenprojekt Spreewald".
Während der vorläufigen Projektdauer bis zum Jahr 2003 werden im Rahmen eines Pflege- und Entwicklungsplanes Maßnahmen für die Verbesserung des Wasserhaushaltes und für den Erhalt oder die Wiederherstellung der typischen Spreewaldlandschaft entwickelt. Daran mitwirken werden die themen- und gebietsbezogenen Arbeitsgruppen, in die sich jeder Spreewälder innerhalb des Beteiligungsverfahrens einbringen kann. So werden die Erfahrungen und Kennt-nisse der Menschen aus der Region mit dem "Expertenwissen" der Gutachter und Planer zusammengeführt. Zahlreiche Vertreter von Interessenverbänden, Behörden und Kommunen haben ihre Mitarbeit bereits angekündigt. Umfangreiche Gutachten und ein langjähriges Engagement der Spreewälder bilden dafür die gute und erfolgversprechende Grundlage.
